Mitte September ist unser Freundebuch für junge Musiker:innen im Dux Verlag erschienen!
Wie es entstanden ist, für wen es gedacht ist und was es alles zu entdecken gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.
Wer direkt einen Blick ins Buch werfen und sich ein paar Probeseiten ansehen möchte, kann hier klicken!

Wie es begann
April 2025: Ich erlebte einen professionellen Tiefpunkt, ein Motivationsloch.
Prima la musica (die österreichische Version von Jugend musiziert) war gerade vorbei und zum ersten Mal seit vielen Jahren war das für mich als Lehrerin eine eher enttäuschende Erfahrung.
Das Duett, für das ich unzählige unbezahlte Extrastunden gegeben hatte, musste krankheitsbedingt absagen – ohne Nachholmöglichkeit.
Und ein anderes Duett, das unglaublich fleißig geübt hatte, bekam von der Jury ein für mich sehr unbefriedigendes und vor allem entmutigendes Feedback.
Ich liebe meinen Beruf, weil es meistens so ist: Je mehr Energie ich hineinstecke, desto mehr Energie bekomme ich zurück.
April 2025 war das aber für das erste Mal eben nicht der Fall*.
Mitten in diesem Tiefpunkt kam unser damals 3,5-jähriger Sohn mit einem Freundebuch aus dem Kindergarten nach Hause.
Ein Buch, in dem Kinder über sich selbst schreiben: Was ist meine Lieblingsfarbe? Was möchte ich später einmal werden? Was esse ich gerne? Und so weiter.
Als ich ihm beim Ausfüllen half, erlebte ich meinen Sohn plötzlich auf eine Weise, wie ich ihn noch nie erlebt hatte: Er kam in einen Zustand der Selbstreflexion, des Nach-innen-Schauens. Es war wunderschön zu beobachten.
Und plötzlich dachte ich: Genau das brauchen wir für unsere Schüler:innen!
Dass sie sich fragen, warum sie dieses Instrument ausgesucht haben. Welche Musik sie berührt, mit wem sie gerne spielen. Damit sie die immer schwankende Motivation zu spielen wieder belebt ist, damit es es mit anderen teilen, damit sie das Gefühl haben « ich bin ein Teil der Musikschüler:innen-Community ».
Und wenn man dabei noch etwas über Musik lernt – umso besser!
Eine kurze Suche im Internet bestätigte dann: Ein Freundebuch für Musikschüler:innen gab es tatsächlich noch nicht.
Also der Blick zum Partner – oder besser gesagt: die Frage:
Ist diese Idee wirklich so gut, wie ich gerade denke?
Ja, ist sie. 🙂
Und sollen wir sie gemeinsam verwirklichen?
Ja, machen wir!
Wer ist der Partner überhaupt?
Jure Robek, Klarinettist und Klarinettenlehrer. Seit 15 Jahren sind wir ein Team, das schon einiges ins Leben gerufen hat (ja auch wortwörtlich!):
– 1 E-Book
– musicm.at
– zwei wunderbare Kinder
– und eben, ein Freundebuch!

Denn wir machten uns an die Arbeit. Es folgten stundenlange Diskussionen und Debatten. Aus rund 60 Fragen wählten wir die 15 aus, die uns am sinnvollsten erschienen. Wir entwickelten zusätzliche Seiten, auf denen alle Kinder gemeinsam etwas eintragen können, und packten noch ein bisschen Musikgeschichte und Humor dazu. Und mit jeder Entscheidung waren wir von unserer Idee ein bisschen begeisterter.
Warum das Buch aussieht, wie es aussieht
Inzwischen hatten wir auch viel recherchiert – oder besser gesagt: viele Stunden in Buchhandlungen verbracht! Wir wollten herausfinden, wie „normale“ Freundebücher überhaupt aufgebaut und gestaltet sind.
Und eines war uns von Anfang an besonders wichtig: Unser Buch sollte schön aussehen.
Bei wem konnten wir sicher sein, dass genau das gelingen würde? Bei Ursula Hechenberger-Schwärzler, mit der wir schon seit über sechs Jahren zusammenarbeiten. Dank ihr sehen Ipaia und musicm.at so schön aus!
Ursula hat es geschafft, das Buch kindgerecht zu gestalten, ohne dass es „kindisch“ wirkt – schließlich soll es Kinder über viele Jahre begleiten können. Gleichzeitig hat sie ihm einen ganz eigenen, unverwechselbaren Look gegeben.
Wir sind ihr sehr dankbar. Schon wieder!
Für wen ist das Buch
Wir hatten dabei ein ganz konkretes Bild vor Augen: Ein Kind beginnt mit 7 Jahren, ein Instrument zu lernen, und bekommt das Freundebuch zum Eintritt in die Musikschule geschenkt.
Als Erstes schreibt es selber rein, dann trägt sich die Lehrkraft ein – genauso wie alle Familienmitglieder, die ein Instrument spielen.
Mit der Zeit lernt das Kind immer mehr Kinder in der Musikschule kennen: diejenigen, die vor oder nach ihm Unterricht haben, Kinder aus dem Chor, aus dem Orchester, aus dem Blasorchester oder auch Freund:innen aus der Schule, die ein Instrument spielen. Sie alle können sich im Freundebuch verewigen – und dabei voneinander lernen.
Natürlich kann das Buch auch als Klassen- oder Orchesterbuch eingesetzt werden. So kann es den Teamgeist stärken und das Gefühl der Zugehörigkeit fördern.
Und auch für einen Klassenaustausch oder ein Kooperationsprojekt ist es ein wunderbares Erinnerungsträger: Junge Musiker:innen, die man vielleicht nach einer gemeinsamen Woche nie wieder sieht, können sich im Freundebuch eintragen – und bleiben so für immer in Erinnerung!
Wo das Buch zu finden ist
Das Buch kann in allen Buchhandlungen sowie online mit dem ISBN: 978-3-86849-444-0 oder direkt beim Dux Verlag bestellt werden.
Wir freuen uns auf Rückmeldungen von Eltern sowie von Pädagog:innen und vor allem freuen wir uns zu lesen, welche Schätze Kinder in unser Freundebuch schreiben werden!
*Mehr darüber habe ich in meinem Newsletter gesprochen. Wer da öfters lesen möchte, kann sich hier kostenlos anmelden.
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Fanny Mas